Vattenfall Haus
Bürogebäude in Hamburg, geplant von Arne Jacobsen
Gebäudeart/ Bürogebäude
Größe/ 40.000 m²
Bauzeit/ 1966-1969
Auftraggeber/ Hamburgische Electricitäts-Werke
Architekt/ Arne Jacobsen
Bei der Planung eines Gebäudes geht man in der Regel von der Gebäudeform aus, die dem angestrebten Zweck am besten entspricht. Einige Architekten treiben diesen Ansatz auf die Spitze und bestehen darauf, dass dies das einzige Kriterium ist, das Designer bei der Planung eines Bauwerks berücksichtigen sollten. Andere bewahren den Geist dieser funktionalistischen Idee, während sie gleichzeitig ein gewisses Maß an künstlerischem Ausdruck in ihren Projekten beibehalten. Ein hervorragendes Beispiel für diesen zweiten Ansatz ist das Vattenfall Haus (auch Arne Jacobsen Haus genannt) in der City Nord in Hamburg.
Das Vattenfall Haus wurde 1969 in einer Zeit erbaut, in der in Hamburg eine Welle von Bürogebäuden errichtet wurde, die schließlich die City Nord bilden sollten. Entworfen wurde es von dem bekannten und einflussreichen dänischen Architekten Arne Jacobsen. Der Bürokomplex besteht aus vier separaten, breiten, plattenförmigen Gebäuden, die durch einen gemeinsamen Kern miteinander verbunden sind und mit einer Schicht aus glasiertem, stark reflektierendem Stein verkleidet sind. Jede dieser Platten ist 12 Stockwerke hoch und hat eine sehr schmale Kante, so dass sie die Form eines sehr schmalen Rechtecks hat. Sie variieren in der Länge und sind in ihrer Position zueinander versetzt. Dies führt dazu, dass das Gebäude je nach Blickwinkel sehr unterschiedlich aussieht. Von vorne wirkt es wie ein einfach und effizient gestaltetes Bürogebäude, von der Kante aus betrachtet zeigt sich jedoch die verspielte und unregelmäßige Anordnung der Türme.
Als das Vattenfall Haus Ende der 1960er Jahre fertiggestellt wurde, galt es als eines der technisch fortschrittlichsten Bürogebäude in ganz Europa. Auch heute noch ist es aufgrund seiner intelligenten architektonischen Gestaltung und seines auffälligen Erscheinungsbildes ein bemerkenswertes Bauwerk. Jedes Jahr kommen viele Besucher nach Hamburg, um an einer der Führungen durch das Bürogebäude teilzunehmen, darunter viele Architekturstudenten, die sich selbst von Jacobsens beeindruckender Ingenieurskunst überzeugen wollen.